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Gebäudeenergieausweis

Bei jedem Verkauf und jeder Neuvermietung von Wohnungen oder Gebäuden – ob Wohn- oder Nichtwohngebäude – muss dem zukünftigen Eigentümer oder Mieter ein Gebäudeenergieausweis vorgelegt werden. Diese Ausweispflicht regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV).

Der Gebäudeenergieausweis gibt Auskunft über die energetische Qualität des Gebäudes. Käufer oder Mieter sollen sich hierdurch bewusst werden, wie hoch die Energiekosten sein werden. Denkmalgeschützte Gebäude, Gebäude im Ensembleschutz und kleine Gebäude mit weniger als 50 m2 Nutzfläche sind von dieser Ausweispflicht ausgenommen.

Der Gebäudeenergieausweis wird immer für das gesamte Gebäude erstellt und ist für zehn Jahre gültig. Nach umfangreichen Modernisierungen sollten Sie unbedingt einen neuen Ausweis erstellen lassen, um die bessere energetische Qualität auch dokumentieren zu können. Übrigens: Wird ein Gebäude bzw. eine Wohnung nicht neu vermietet, verkauft oder wesentlich umgebaut, dann besteht auch keine Pflicht, einen Energieausweis auszustellen.

Worüber informiert der Gebäudeenergieausweis?

1. Konkreter Energiebedarf oder -verbrauch

Das Gebäude wird auf einer Farbskala von Grün (niedriger Bedarf) bis Rot (hoher Bedarf) eingeordnet und mit dem durchschnittlichen Bedarf verschiedener Gebäudetypen verglichen. Außerdem wird das Gebäude in eine Energieeffizienzklasse (Klassen A+ bis H) eingeordnet. 

2. Modernisierungsempfehlungen

Es werden mindestens zwei „Empfehlungen zur kostengünstigen Modernisierung“ von Gebäudehülle und Anlagentechnik erstellt. Dabei wird teilweise auch eine prognostizierte Energie- und CO2-Ersparnis angegeben. Die Empfehlungen dienen der Information und zwingen den Eigentümer nicht zur Umsetzung.

Der verbrauchsorientierte Energieausweis

Der kostengünstigere Verbrauchsausweis bietet einen Überblick über den tatsächlichen Energieverbrauch bei Heizung und Warmwasser (sowie Strom bei Nichtwohngebäuden). Er kann besonders günstig erstellt werden, weil er aus bekannten Verbrauchsdaten der Heiz- und Stromkostenabrechnung der letzten drei Jahre berechnet wird. Damit spiegelt der verbrauchsorientierte Energieausweis neben der energetischen Qualität des Gebäudes auch das Nutzerverhalten der Bewohner wider und ist dadurch ungenauer. Bei allen Gebäuden, für die nicht verpflichtend ein Bedarfsausweis erstellt werden muss, ist prinzipiell auch die Ausstellung eines verbrauchsorientierten Ausweises möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass mindestens die Energieabrechnungen aus einem zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten vorliegen. 

Der bedarfsorientierte Energieausweis

Der sogenannte Bedarfsausweis ist für alle Gebäude und bei allen Arten von Heizsystemen möglich. Zwingend vorgeschrieben ist er für alle Neubauten sowie für Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen, die mit einem Bauantrag vor dem 1.11.1977 errichtet und nicht mindestens auf das Anforderungsniveau der ersten Wärmeschutzverordnung (WSVO) von 1977 modernisiert wurden. Er basiert auf einer technischen Analyse des Gebäudes und ermöglicht damit eine vom Nutzerverhalten unabhängige Bewertung der energetischen Gebäudequalität. Ein Bedarfsausweis ist teilweise Grundlage für die Inanspruchnahme von Fördergeldern. Bei einigen Förderprogrammen muss ein Bedarfsausweis nach Abschluss der Arbeiten ausgestellt und dem Eigentümer übergeben werden. 

Wie bekomme ich einen Gebäudeenergieausweis?

Energieausweise werden von einem dafür zugelassenen Ausstellungsberechtigten, in der Regel einem Energieberater, ausgestellt. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand der Analyse. Da es keine staatlichen Vorgaben bezüglich der Kosten gibt, ist der Preis frei zwischen Energieberater und Bauherr zu verhandeln. Die Qualifikationsanforderungen an den Aussteller von Energieausweisen sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.

Beratung und Information

Informationen zum Gebäudeenergieausweis:

Energieberater der Region: