• © Thomas Geiger

Dach dämmen

Warme Luft steigt nach oben. Über das Dach geht daher viel Wärme verloren, und so bietet das Dach häufig auch das größte Potenzial, die Wärmedämmung zu verbessern.

© panthermedia.net/Arne Trautmann

Gerade bei Altbauten sind die Dachschrägen oft nicht gedämmt oder die alten Dachfolien sind an einzelnen Stellen eingerissen. Solche Dämmlücken können über einen Luft-Dichtheits- oder Differenzdrucktest aufgespürt werden.

Dämmung der Dachschräge

Die Dämmung der Dachschräge ist dann sinnvoll, wenn Sie den Dachraum als Wohnraum nutzen wollen. Dann sollte zunächst der Dachstuhl überprüft werden: Gibt es Feuchteschäden an den Holzbalken? Ist die Dimension der Sparren ausreichend, um die Last der Dämmung zu tragen? Die verschiedenen Möglichkeiten, die Dachschräge zu dämmen, unterscheiden sich in der Lage und Anbringung des Dämmmaterials. Daraus ergeben sich verschiedene Vor- und Nachteile.

Bei einer Zwischensparrendämmung werden Dämmkeile oder Dämmmatten vom Innenraum her in den Sparrenzwischenraum eingeschoben. Wenn der Dachraum als Wohnraum genutzt wird, muss darüber noch eine Innenverkleidung angebracht werden. Alternativ kann der Dämmstoff, bei einer bestehenden Innenverkleidung, auch in den Sparrenzwischenraum eingeblasen werden. Eine Zwischensparrendämmung ist im Vergleich relativ kostengünstig. Ein Nachteil kann aber eine zu geringe Stärke der Dachsparren sein. Soll die Dämmung dann dicker sein, müssen diese unter Umständen verstärkt werden und der Wohnraum wird dadurch möglicherweise verkleinert.

Bei der Untersparrendämmung wird das Dämmmaterial unterhalb der Dachsparren angebracht, häufig direkt im Verbund mit einer Innenverkleidung. Dadurch wird die Wärmebrückenwirkung der Sparren vermindert und die Wärmedämmung insgesamt erhöht. Nachteil dieser Variante: Durch die Dicke der Dämmung geht Wohnraum verloren. 

Wird das Dach ohnehin erneuert oder neu eingedeckt, dann bietet sich eine Aufsparrendämmung an, die oberhalb der Dachsparren angebracht wird. Diese Variante ist zwar deutlich teurer, bietet aber beste Dämmeigenschaften, das Risiko von Wärmebrücken ist vermindert und es geht kein Wohnraum verloren

In der Dachschräge sollten Sie so dick wie möglich dämmen, d. h. zum Beispiel die Sparrendicke vollständig auszunutzen. Bei einer Kombination mit Untersparrendämmung sollte die Dämmung 20 bis 24 cm dick sein. Nach innen muss die Dämmschicht in jedem Fall einen luftdichten Abschluss (Dampfsperre) erhalten, damit keine feuchte Luft in das Dämmmaterial eindringen kann.

Dämmung der obersten Geschossdecke

Bei nicht genutzten Spitzböden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die leichteste und preiswerteste Dämmvariante. Hierfür wird der Dämmstoff einfach auf dem Dachboden verlegt oder ausgerollt. Auch hier ist je nach Dämmsystem eine Dampfsperre erforderlich. Bei plattenförmigen Dämmstoffen ist eine mehrlagige, versetzte Anbringung des Materials empfehlenswert. Häufig kann der Dämmstoff auch lose, in Form von schüttfähigen oder einblasbaren Dämmstoffen, eingebracht werden.

Um den Dachboden auch weiterhin begehen zu können, sollte die Dämmung eine oberseitige Abdeckung erhalten, z. B. mit Spanplatten, die ebenfalls lose verlegt werden können. Die oberste Geschossdecke sollten Sie mindestens 14 cm dick dämmen. Aber: 18-20 cm Dämmstoffdicke sind nur unwesentlich teurer, erhöhen aber die Energieeinsparung spürbar.

Nachrüstpflicht

Gemäß der  EnEV müssen Eigentümer von Bestandsgebäuden unter bestimmten Bedingungen die oberste Geschossdecke über den beheizten Räumen dämmen.

Informationen: www.enev-online.com (> EnEV 2014/2016 > Praxis-Hilfen > Baubestand: EnEV 2014: EnEV-Nachrüstpflichten im Bestand)